Der Winter hat Wuppertal kurz nach dem Jahreswechsel fest im Griff. Anhaltender Schneefall, Glätte und Frost haben am Samstag (3. Januar 2026) zu massiven Einschränkungen im Stadtgebiet geführt. Besonders betroffen waren der Straßenverkehr und der öffentliche Nahverkehr. Am Samstagabend stellten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) den gesamten Busbetrieb vorzeitig ein.

In einer um 22.46 Uhr veröffentlichten Mitteilung begründeten die WSW die Entscheidung mit der aktuellen Wetterlage: Aufgrund anhaltenden Niederschlags seien die Straßen in Wuppertal nicht mehr befahrbar. Betroffen waren auch alle Nachtexpress-Linien. Wann der Busverkehr wieder aufgenommen werden kann, ist weiterhin abhängig von der Wetterentwicklung. Die Niederschläge hielten bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags an.

Bereits im Tagesverlauf hatte sich die Verkehrslage zunehmend verschärft. Schnee und Glätte machten das Autofahren in Wuppertal vielerorts zur Tortur. Auf spiegelglatten Straßen drehten die Reifen durch, Fahrzeuge kamen nur noch langsam voran oder blieben an Steigungen stecken. Besonders auf Nebenstraßen sowie in Höhenlagen war ein sicheres Fahren kaum möglich. Zahlreiche Linienbusse kamen nicht mehr von Haltestellen weg oder stellten sich während der Fahrt quer, was den öffentlichen Verkehr zusätzlich behinderte.

Die Räum- und Streudienste arbeiteten seit der Nacht im Dauereinsatz. Der Eigenbetrieb Straßenreinigung Wuppertal (ESW) nahm den Winterdienst bereits gegen 3.30 Uhr auf. Mit rund 45 Fahrzeugen wurden Fahrbahnen, Rad- und Fußgängerüberwege geräumt und gestreut, teils mehrfach. Ab 5.30 Uhr folgten sogenannte Handkolonnen, die sich um Gehwege und Freiflächen kümmerten. Nach Angaben des ESW ist der Betrieb seit Anfang November umfassend auf winterliche Witterung vorbereitet.

Der erste flächendeckende Schnee sorgte in der Stadt für unterschiedliche Reaktionen. Während vor allem auf den Südhöhen Kinder die verschneiten Hänge zum Schlittenfahren nutzten, bedeutete das Wetter für viele Autofahrerinnen und Autofahrer Stress und Frust. Trotz der schwierigen Bedingungen blieb es zunächst vergleichsweise ruhig. Dennoch registrierte die Polizei Wuppertal mehrere witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Auf der L74 kam es zu einem Unfall mit einer leicht verletzten Person, die Fahrtrichtung Solingen musste zeitweise gesperrt werden.

Die Feuerwehr Wuppertal verzeichnete keine größeren witterungsbedingten Einsätze. Auf überregionalen Verkehrsachsen kam es jedoch zu Problemen: Auf der A1 bei Remscheid führten starke Schneefälle in der Nacht zeitweise zu erheblichen Sichtbehinderungen. In Wuppertal-Langerfeld rutschte zudem ein Räumfahrzeug eine Böschung hinab, der Fahrer wurde dabei verletzt.

Der Wupperverband warnt eindringlich davor, Eisflächen auf Talsperren zu betreten. Auf der Ronsdorfer Talsperre, dem Beyenburger Stausee sowie der Panzer-Talsperre in Remscheid haben sich bereits Eisflächen gebildet. Aufgrund schwankender Wasserstände seien diese besonders gefährlich. Das Betreten sei für Mensch und Tier lebensgefährlich und strengstens verboten. Eltern werden ausdrücklich gebeten, ihre Kinder über diese Gefahr aufzuklären.

Auch in den kommenden Tagen bleibt die Lage angespannt. Die Temperaturen bewegen sich um den Gefrierpunkt, in der kommenden Woche sind auch zweistellige Minusgrade möglich. Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer werden weiterhin zu erhöhter Vorsicht aufgerufen.

Von Matthi

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