Der Kölner Rosenmontagszug ist am Montag trotz wechselhaften Wetters mit Regen, Graupel und zwischenzeitlichen Gewitterwarnungen friedlich und ohne größere Störungen durch die Innenstadt gezogen. Rund 11.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 74 Gruppen waren ab 10 Uhr vom Chlodwigplatz aus unterwegs, begleitet von 60 Kapellen sowie 21 Persiflagewagen, die regionale, nationale und internationale Themen aufgriffen. Mehrere Hunderttausend Menschen säumten die Strecke und feierten – vielfach in Regenjacken und mit Schirmen – den Höhepunkt des Straßenkarnevals, auch wenn Stadt und Festkomitee bislang keine konkrete Zuschauerzahl nannten.

Ein besonderes Zeichen setzte der scheidende Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn, der an seinem Wagen die kölsche Losung „Mer all sin Tilly“ („Wir alle sind Tilly“) anbringen ließ und damit Solidarität mit einem Düsseldorfer Wagenbauer zeigte. „Was ihm da widerfahren ist, ist unsagbar, für uns nicht aushaltbar, und da ist natürlich auch ganz klar, dass wir zusammenstehen wie eine Wand“, erklärte Kuckelkorn. Bereits zu Beginn des Zuges sorgte zudem ein eigens zusammengestellter Chor, der sich aus ehrenamtlich Engagierten zusammengefunden hatte, mit kölschen Liedern für einen emotionalen Auftakt und viel Applaus entlang der Strecke.

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul ließ sich den Rosenmontag in Köln nicht entgehen. Verkleidet mit Goldkette und Fellweste fuhr er selbst auf einem Wagen mit und verwies zugleich auf die besondere Herausforderung für die Sicherheitskräfte: Ein Tag wie Rosenmontag sei wunderschön, zugleich aber immer mit großen Risiken verbunden und deshalb für die Polizei äußerst anstrengend. Wie schon in den Vorjahren sicherten tausende Einsatzkräfte von Polizei, Ordnungsamt und Rettungsdiensten den Zug ab. Die Kölner Polizei meldete am Abend „keine besonderen Vorkommnisse“ und sprach von einem ruhigen Verlauf.

Für rund zwei Stunden Verzögerung sorgten mehrere kleinere technische Pannen an Traktoren, einer Bimmelbahn und anderen Fahrzeugen. Nach einer Gewitterwarnung wurden gegen 16.30 Uhr vorsorglich die noch verbliebenen Pferde und Kutschen an den nächstgelegenen Auslassstellen aus dem Zug genommen, um die Tiere nicht zu gefährden. Das Kölner Dreigestirn mit Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne bildete den Abschluss des Zuges und erreichte den Auflösebereich gegen 19 Uhr.

Zum Ende des Rosenmontagszugs verkündete Zugleiter Marc Michelske bereits das Motto der kommenden Session: „Morje es, wat do drus mähs“. Es stellt die Zukunft in den Mittelpunkt und versteht sich als Aufforderung, nicht nur zu klagen, sondern selbst mit anzupacken. Trotz Regen und Kälte bleibt der Kölner Rosenmontagszug damit als wettergeprüfter, aber stimmungsvoller und solidarischer Karnevalstag in Erinnerung.

Von Axel

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