Köln | Gen-Z-Demo eskaliert am Abend! Polizei im Großeinsatz

Was als friedlicher Protest für bessere Bildung, bezahlbares Leben und gegen eine mögliche Wehrpflicht begann, ist am Samstagabend in Köln eskaliert. Nach einer zunächst friedlich verlaufenen Demonstration der Initiative „Gen Z regelt“ kam es im weiteren Verlauf zu Angriffen auf Polizeikräfte und Ausschreitungen in der Innenstadt. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein und kesselte mehrere Hundert Menschen ein.

Bereits am Nachmittag versammelten sich Tausende Menschen am Konrad-Adenauer-Ufer. Die Demonstration war von unterschiedlichen politischen Forderungen und Botschaften geprägt. Neben Protestplakaten gegen eine mögliche Wehrpflicht waren auch Fahnen und Transparente zu weiteren politischen Themen zu sehen. Ein großes Banner forderte unter anderem „Frieden und Freiheit für Palästina“ sowie einen Stopp von Waffenexporten.

Die Kundgebung hatte gegen 14.15 Uhr begonnen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich mehrere Tausend Menschen. Die Veranstalter hatten im Vorfeld mit bis zu 15.000 Teilnehmern gerechnet. Auch Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) besuchte die Versammlung und zeigte Verständnis für verschiedene Anliegen der jungen Generation.

Im Verlauf der Kundgebung zündeten einzelne Teilnehmer Pyrotechnik und vermummten sich. Ein geplanter Demonstrationszug wurde deshalb von der Polizei nicht zugelassen. Gegen 16 Uhr erklärte die Versammlungsleiterin die Kundgebung für beendet.

Anschließend spitzte sich die Lage zu. Nach Angaben der Polizei wurden Einsatzkräfte mit Pyrotechnik angegriffen. Darauf reagierte die Polizei mit einem größeren Aufgebot an Einsatzkräften und setzte Wasserwerfer gegen die gewalttätige Personengruppe ein. Ein Polizeibeamter erlitt eine Handverletzung und war anschließend nicht mehr dienstfähig.

Besonders am Rheinufer wurde die starke Präsenz der Einsatzkräfte sichtbar. Dort standen Polizeibeamte in geschlossenen Formationen, während weitere Kräfte mit Einsatzfahrzeugen und einem Wasserwerfer anrückten. Im Bereich des Konrad-Adenauer-Ufers, auf Höhe des Thürmchenwalls, umschlossen Einsatzkräfte mehrere Hundert Menschen. Die Polizei führte dort über Stunden Identitätsfeststellungen durch. Wegen der erwarteten Dauer der Maßnahmen wurden die eingeschlossenen Personen mit Getränken versorgt. Außerdem organisierte die Polizei mobile Toiletten.

Auch in anderen Teilen der Kölner Innenstadt kam es im Laufe des Abends zu Zwischenfällen. Unter anderem auf der Schildergasse und der Hohe Straße wurden kleinere Gruppen gemeldet, die Pyrotechnik zündeten und randalierten. Zudem wurden Sachbeschädigungen an Fahrzeugen und einem Müllcontainer gemeldet.

Besonders angespannt war die Situation am späten Abend auf der Domplatte. Dort sollen sich rund 200 Personen aufgehalten haben. Nach Angaben des Kölner Stadt-Anzeigers kam es zu Flaschenwürfen und Angriffen auf Polizeikräfte. Auch Fahrräder wurden geworfen. Eine Person wurde verletzt. Die Polizei nahm in diesem Zusammenhang fünf Menschen in Gewahrsam.

Einsatzleiter Martin Lotz kündigte an, auch in den Abendstunden mit einem größeren Aufgebot im Einsatz zu bleiben. Ziel hierbei sei es, die Sicherheit der Menschen in Köln zu gewährleisten.

Die Polizei Köln leitete mehrere Strafverfahren ein, unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und schweren Landfriedensbruchs. Bis zum Stand der ersten polizeilichen Einsatzbilanz um 20.30 Uhr gab es nach Angaben der Polizei keine Hinweise auf Plünderungen oder größere Sachbeschädigungen.

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