Die Einsatzkräfte im Bergischen Städtedreieck blicken auf eine arbeitsintensive, insgesamt jedoch weitgehend friedliche Silvesternacht 2025/2026 zurück. In Wuppertal, Solingen und Remscheid kam es zu zahlreichen Bränden, Hilfeleistungen und Rettungsdiensteinsätzen, schwere Ausschreitungen oder gravierende Angriffe auf Einsatzkräfte blieben jedoch aus. Feuerwehr und Polizei sprechen übereinstimmend von einer „typischen“ bis „vergleichsweise moderaten“ Silvesternacht.

In Wuppertal verzeichnete die Polizei 265 Einsätze, die Feuerwehr rückte zu 237 Einsätzen aus. Schwerpunktmäßig handelte es sich um Brände und rettungsdienstliche Hilfeleistungen. Bereits gegen 22.50 Uhr kam es an der Wichlinghauser Straße zu einem größeren Kellerbrand in einem Wohn- und Geschäftsgebäude. Eine Person wurde aus dem Haus gerettet, verletzt wurde niemand. Rund 65 Einsatzkräfte waren zeitweise vor Ort, die Brandursache ist noch unklar.

Kurz vor Mitternacht brannte es zudem in einer Wohnung an der Gewerbeschulstraße, nachdem offenbar ein Böller in die Wohnung geraten war. Auch hier gab es keine Verletzten. In den frühen Morgenstunden stand an einem Hochhaus am Mastweg ein Balkon im siebten Obergeschoss in Flammen, eine Wohnung wurde unbewohnbar, Personen kamen jedoch nicht zu Schaden.

Bis zum Donnerstagmorgen rückte die Feuerwehr insgesamt zu 38 Brandeinsätzen aus, überwiegend handelte es sich um Klein- und Müllbrände. Hinzu kamen 27 Hilfeleistungseinsätze und 172 Rettungsdiensteinsätze, viele davon im Zusammenhang mit Silvesterfeierlichkeiten. In mindestens einem Fall waren die Verletzungen durch Feuerwerk so schwer, dass ein Transport in eine Spezialklinik notwendig wurde. Drei Einsätze standen unter Pyrotechnikbeschuss, Einsatzkräfte blieben unverletzt.

In Solingen sprach die Feuerwehr von einer „vergleichsweise moderaten“ Nacht. Zwischen Silvesterabend und Neujahrsmorgen wurden 14 Brandeinsätze oder Hilfeleistungen sowie 35 Rettungsdiensteinsätze registriert. Drei Menschen erlitten Verletzungen durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Zu den größeren Sachschäden zählte ein vollständig ausgebrannter Pkw an der Walder Straße in Gräfrath, der vermutlich durch eine Feuerwerksbatterie Feuer fing. In Wald und an der Brückenstraße wurden Fahrzeuge mutmaßlich absichtlich durch Feuerwerkskörper beschädigt. Zudem meldete die Polizei zwei gesprengte Automaten in der Stadtmitte, darunter ein Zigarettenautomat und ein Parkscheinautomat.

Im Bereich der Hasselstraße kam es zu mehreren Container- und Kleinbränden, die jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden konnten. Polizei und Feuerwehr betonten, dass die Lage deutlich ruhiger gewesen sei als bei den schweren Ausschreitungen in diesem Viertel zwei Jahre zuvor.

Auch in Remscheid fiel die Bilanz überwiegend ruhig aus. Die Feuerwehr registrierte sechs Brandeinsätze mit Silvesterbezug, meist handelte es sich um Kleinbrände oder brennende Reste von Feuerwerkskörpern. Ein gemeldeter Dachstuhlbrand entpuppte sich als Fehlalarm. Der Rettungsdienst wurde nach Mitternacht zu 22 Einsätzen gerufen, Verletzungen durch Pyrotechnik gab es nicht. Neben der Berufsfeuerwehr waren auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr sowie Hilfsorganisationen im Einsatz.

Im gesamten Bergischen Städtedreieck waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit deutlich verstärktem Personal im Einsatz. Trotz zahlreicher Brände, Sachschäden und einzelner Verletzungen blieb die Silvesternacht ohne gravierende Eskalationen. Einsatzleitungen hoben insbesondere hervor, dass es kaum gezielte Angriffe auf Einsatzkräfte gegeben habe und viele Brände durch schnelles Eingreifen auf kleinere Schadenslagen begrenzt werden konnten.

Von Matthi

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