Am Samstag wollen Gruppierungen und Personen aus der Querdenker-Szene in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt demonstrieren. Unter dem Motto „Gemeinsam für Deutschland“ ist eine Kundgebung geplant. In den sozialen Netzwerken wird zu einer Versammlung am DGB Haus und einem Autokorso aufgerufen.

Nach Informationen der Pressestelle der Polizei Düsseldorf soll die Demonstration an der Messe beginnen und am Schadowplatz enden. Ein Sprecher der Polizei bestätigte, dass die Versammlung von einer Privatperson angemeldet wurde. Erwartet werden rund 1.000 Teilnehmer. Die Polizei Düsseldorf stellt sich auf Verkehrsbehinderungen im Zusammenhang mit der Demonstration ein. Zu taktischen Maßnahmen wollte die Behörde keine Angaben machen. „Wir werden uns lageangepasst polizeilich aufstellen“, erklärte ein Sprecher.

Neben einschlägig bekannten Protestgruppen wird auch die Beteiligung von Mitglieder der ehemaligen neonazistischen „Bruderschaft Deutschland“ erwartet. Die Initiative „Jugend Gegen Rechtsruck Düsseldorf“ hat unterdessen zu Gegenprotesten aufgerufen. „Wir rufen dazu auf, sich dem Treiben der Rechten konsequent und offensiv entgegenzustellen und den Tag für sie zum Desaster zu machen“, heißt es in einem Instagram-Post der Initiative.

Nach Recherchen unserer Redaktion werden auch Mitglieder der ehemaligen neonazistischen Gruppierung „Bruderschaft Deutschland“ bei der Kundgebung wahrscheinlich präsent sein. Die 2016 in Düsseldorf-Garath gegründete Organisation inszenierte sich als „Schutztruppe“ für mutmaßlich bedrohte Deutsche und wurde vom Verfassungsschutz beobachtet. In der Vergangenheit trat die Bruderschaft unter anderem im Umfeld der „Corona-Rebellen“ auf und beteiligte sich an Demonstrationen gegen staatliche Maßnahmen während der Pandemie.

Auch szenebekannte Streamer haben ihr Erscheinen angekündigt. In den vergangenen Jahren entwickelten sich solche Kundgebungen zunehmend zu Plattformen für digitale Meinungsmacher aus dem verschwörungsideologischen Spektrum.

Von Sebastian