Die Silvesternacht 2025/2026 ist in Düsseldorf insgesamt ruhiger verlaufen als im Vorjahr. Polizei, Feuerwehr und Stadt ziehen eine überwiegend positive Bilanz des Großeinsatzes rund um die Altstadt und dem Rheinufer. Überschattet wird der Jahreswechsel jedoch von einem versuchten Tötungsdelikt in den frühen Morgenstunden in der Altstadt.
Gegen 4.20 Uhr trafen Einsatzkräfte am Neujahrsmorgen im Bereich des Bolker Sterns auf einen lebensgefährlich verletzten Mann. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft war es zuvor zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten gekommen, bei der neben einem Messer auch Flaschen als Tatmittel eingesetzt wurden. Der Verletzte wurde vor Ort erstversorgt und anschließend intensivmedizinisch in ein Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden.
Als Haupttatverdächtiger gilt ein 17-jähriger Jugendlicher mit türkischer Staatsangehörigkeit, der noch am Tatort mit der mutmaßlichen Tatwaffe in der Hand festgenommen wurde. Zwei weitere Tatverdächtige wurden ebenfalls in Tatortnähe gestellt; ihre genaue Beteiligung ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Eine Mordkommission wurde eingerichtet, Spuren gesichert und Videomaterial aus der Überwachung der Altstadt ausgewertet. Ob gegen den 17-Jährigen Untersuchungshaft beantragt wird, sollte nach Angaben der Staatsanwaltschaft in den Folgetagen entschieden werden.
Abgesehen von diesem Vorfall bewerten die Behörden den Jahreswechsel als vergleichsweise entspannt. Mehrere Hundert Polizeibeamtinnen und -beamte sowie Kräfte von Ordnungsamt, Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren stadtweit im Einsatz. Ein Schwerpunkt lag wie in den Vorjahren in der Altstadt und am Rheinufer. Dort war es zu Beginn des Abends noch mäßig besucht, ab etwa 21.30 Uhr setzte ein deutlicher Besucherzustrom ein. Kurz vor Mitternacht waren Burgplatz und Freitreppe nahezu ausgelastet.
Die Stimmung wurde von der Polizei zunächst als ausgelassen und größtenteils friedlich beschrieben. Mit zunehmendem Alkoholkonsum kam es im Verlauf der Nacht jedoch vermehrt zu Streitigkeiten, Körperverletzungen und einzelnen Randalehandlungen. Die Einsatzkräfte schritten nach eigenen Angaben „niederschwellig, konsequent und robust“ ein und konnten so weitere Eskalationen verhindern.
Wie bereits im Vorjahr galt in weiten Teilen der Altstadt ein Verbot für das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern. Trotz der Allgemeinverfügung stellten Ordnungsamt und Polizei zahlreiche Verstöße fest. Insgesamt wurden 114 Personen mit verbotener Pyrotechnik angetroffen (Vorjahr: 148), 7.832 Feuerwerkskörper sichergestellt und vernichtet (Vorjahr: 2.359). Anders als im vergangenen Jahr kam es dabei zu keinen Verletzungen. Kontrollstellen wie beim Glasverbot zu Karneval wurden nicht eingerichtet.
Zur Lagebewältigung setzte die Polizei erneut auf mobile Videoanlagen aus dem Landesbestand, unter anderem am Rheinufer sowie in den Stadtteilen Hassels. Zusätzlich waren Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten im Einsatz. Im Straßenverkehr sorgten feste Sperren und Umleitungen – etwa auf der Heinrich-Heine-Allee sowie an den Rheinbrücken – für einen weitgehend reibungslosen Ablauf, auch wenn vereinzelt Verkehrsteilnehmer widerrechtlich anhielten, um das Feuerwerk zu beobachten.
In der vorläufigen Einsatzbilanz für den Zeitraum von Mittwoch, 31. Dezember 2025, 19 Uhr, bis Donnerstag, 1. Januar 2026, 7.40 Uhr, registrierte die Polizei 14 Körperverletzungsdelikte (Vorjahr: 26) und zwei Taschendiebstähle (8). Gegen rund 125 Personen wurden Platzverweise ausgesprochen (74), 17 Personen kamen in Gewahrsam (8). Insgesamt fertigten die Einsatzkräfte 25 Strafanzeigen. Vereinzelt wurden Einsatzkräfte mit Pyrotechnik beworfen, Verletzte gab es dabei jedoch nicht.
Polizeidirektor Oliver Strudthoff, Leiter des Silvestereinsatzes, zog ein insgesamt positives Fazit: Die Nacht sei ruhiger verlaufen als beim Jahreswechsel 2024/2025, die Einsatzkonzeption habe sich bewährt. „Einziger Wermutstropfen bleibt das versuchte Tötungsdelikt am Bolker Stern am Neujahrsmorgen“, so Strudthoff.

















