Der Fall sorgte für Entsetzen: Eine 28-jährige Mutter soll in einem Park in Herne-Süd von hinten umgetreten worden sein, während sie ihr Baby im Arm hielt. Nun steht fest: Die Geschichte war frei erfunden.
Wie die Polizei nach neuen Zeugenaussagen bekannt gab, hat sich der Vorfall am Erlenweg nicht so zugetragen, wie es die Frau ursprünglich schilderte. Damit entfällt auch ein möglicher fremdenfeindlicher Hintergrund, über den zunächst spekuliert worden war.
Der Fall hatte schnell hohe Wellen geschlagen. Das „Bündnis Herne – Mitmachen. Mitreden. Miteinander e.V.“ rief zu einer Mahnwache am vermeintlichen Tatort auf, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. „Gegen Rassismus. In Herne-Süd und überall“ lautete das Motto der Veranstaltung, die noch vor der Aufklärung des Falls initiiert wurde. Nun zeigt sich das Bündnis überrascht von der Wendung. In einer Stellungnahme auf Facebook heißt es: „Heute müssen wir erfahren, dass dies sich offensichtlich so nicht zugetragen hat.“ Was die Frau dazu veranlasste, die Falschaussage zu machen, sei unklar. Man wisse nicht, ob es eine Fehleinschätzung im Schockmoment gewesen sei oder andere Beweggründe eine Rolle spielten. Trotz der Täuschung betont das Bündnis Mitgefühl mit der 28-Jährigen. „Wir wünschen der jungen Frau in Anbetracht des zu erwartenden Shitstorms viel Kraft und Unterstützung.“
Wie viele Menschen letztlich an der Mahnwache teilgenommen hätten, ist nicht bekannt. Die Polizei hat sich zu möglichen strafrechtlichen Konsequenzen für die Frau bislang nicht geäußert.