Es hätte ein ganz normaler Flug von Köln nach Zadar werden sollen. Doch für einen 49-jährigen Kroaten endete die geplante Ausreise abrupt – in Handschellen. Bundespolizisten kontrollierten den Mann am Mittwoch kurz vor dem Abflug mit Ryanair-Flug FR 5282. Was sie dabei entdeckten, überraschte selbst erfahrene Ermittler.

Gegen den Mann lag ein Haftbefehl vor – ausgestellt von der Staatsanwaltschaft Wuppertal wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt. Die Strafe: zwei Jahre Freiheitsentzug. Doch das war nicht alles. Neben der Haftstrafe sollte der Kroate eine gewaltige Summe an die Staatskasse zahlen: 1.371.192,93 Euro – plus Verfahrenskosten in Höhe von 54.374,95 Euro.

Der 49-Jährige konnte den Betrag nicht begleichen, auch größere Vermögenswerte fanden die Beamten nicht. Damit war klar: Statt nach Kroatien zu fliegen, wurde der Mann direkt in die Justizvollzugsanstalt Siegburg überstellt.

Ein seltener Erfolg für die Bundespolizei am Flughafen Köln/Bonn. „Die enge Zusammenarbeit mit den Justizbehörden ermöglicht es uns, Straftäter noch vor der Flucht festzusetzen“, erklärte ein Sprecher der Behörde. Wie lange der Kroate bereits in Deutschland untergetaucht war und ob noch weitere Verfahren gegen ihn laufen, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Von Sebastian