Die Kriminalität in Nordrhein-Westfalen ist im Jahr 2024 leicht zurückgegangen. Dennoch sorgt eine alarmierende Entwicklung für Besorgnis bei Polizei und Politik: Die Zahl der Straftaten mit Messern ist um 21 Prozent auf 7.295 Fälle gestiegen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht darin ein ernstes gesellschaftliches Problem.
Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in NRW sank im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 1,39 Millionen. Gleichzeitig ermittelte die Polizei 493.389 Tatverdächtige – 10.604 weniger als 2023. Zieht man ausländerrechtliche Verstöße ab, lag die Zahl der Verdächtigen bei 474.123. Besonders auffällig: Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bleibt überproportional hoch. „Mehr als jede dritte Tat wurde von einem Nichtdeutschen begangen, sie sind bei einem Anteil von 16,1 Prozent an der Bevölkerung deutlich überrepräsentiert“, erklärte Reul. Bei Delikten mit Messer lag ihr Anteil bei 47,6 Prozent.
„Es hat sich etwas verändert. Dem lauten Wort folgt die Tat – immer öfter die Gewalttat. Die Zündschnur ist kürzer, der Umgang ruppiger“, beschreibt der Innenminister die gesellschaftliche Entwicklung. Besonders besorgniserregend sind die Zahlen zu schweren Gewaltverbrechen. Im Bereich Mord und Totschlag registrierte die Polizei 479 Fälle – ein Anstieg um 1,9 Prozent. In 346 Fällen blieb es beim Versuch, doch 136 Menschen wurden tatsächlich getötet. Auch hier zeigt sich ein klares Muster: Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen besaß keinen deutschen Pass.
Für die Ermittler stellt die zunehmende Gewalt eine enorme Herausforderung dar. Reul macht deutlich, dass die Ursachen für die Entwicklung nicht allein bei der Polizei liegen: „Das, was an anderer Stelle nicht klappt – Erziehung, Schule, Integration –, landet bei der Polizei.“ Die Kriminalstatistik sei ein Spiegel der Gesellschaft, so der Minister.