Eine routinemäßige Verkehrskontrolle ist am Dienstagabend in Wuppertal in einer spektakulären Festnahme geendet. Ein 33-jähriger Mann, der sich der Kontrolle entzog und eine gefährliche Flucht durch das Stadtgebiet hinlegte, konnte noch in derselben Nacht gefasst werden. Wie sich später herausstellte, lag bereits ein Haftbefehl gegen ihn vor.
Gegen 18:00 Uhr beabsichtigte eine Streifenwagenbesatzung auf der Hochstraße, einen Mercedes E53 AMG anzuhalten und zu kontrollieren. Schon das Fahrzeug selbst fiel den Beamten aufgrund seiner Motorisierung und der Fahrweise des Fahrers auf. Als die Polizisten dem Mann Anhaltezeichen gaben, reagierte dieser jedoch nicht, im Gegenteil: Er beschleunigte stark und flüchtete vor der Kontrolle.
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft entwickelte sich daraufhin eine gefährliche Verfolgung durch das Stadtgebiet. Der 33-Jährige fuhr mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und nahm dabei erhebliche Risiken in Kauf. Mehrere Verkehrsteilnehmer wurden durch seine Fahrweise konkret gefährdet. Besonders brisant: Selbst ein im Einsatz befindlicher Rettungswagen der Feuerwehr wurde durch das rücksichtslose Verhalten des Flüchtenden zu einer Notbremsung gezwungen.
Im weiteren Verlauf der Flucht kam es zudem zu einem Verkehrsunfall. Auf der Hochstraße kollidierte der Mercedes des Tatverdächtigen mit dem Opel Corsa eines 41-jährigen Mannes. Der Fahrer des Opels erlitt dabei leichte Verletzungen. Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei auf etwa 1.500 Euro geschätzt. Trotz der Kollision setzte der Flüchtige seine Fahrt zunächst fort.
Die Fahndung nach dem Mann verlief jedoch schnell erfolgreich. Durch Hinweise von Zeugen konnten die Einsatzkräfte den Mercedes wenig später in der Nevigeser Straße ausfindig machen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Fahrer das Fahrzeug bereits verlassen.
Ein glücklicher Zufall unterstützte die weiteren Ermittlungen: Ein sogenannter Mantrailer-Hund, der eigentlich wegen eines anderen Einsatzes in der Nähe war, konnte die Spur des Flüchtigen aufnehmen. Der speziell ausgebildete Hund führte die Beamten gezielt zu einem Mehrfamilienhaus in der Nevigeser Straße, in dem der Tatverdächtige offenbar wohnte.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ eine zuständige Richterin noch in der Nacht einen Durchsuchungsbeschluss für das Gebäude. Bei der anschließenden Durchsuchung trafen die Einsatzkräfte den 33-jährigen Mann an und nahmen ihn fest.
Erst im Zuge der Festnahme wurde das gesamte Ausmaß des Falls deutlich: Gegen den Mann bestand bereits ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Hagen. Er war wegen versuchten besonders schweren Raubes zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden, hatte die Haft jedoch bislang nicht angetreten. Offenbar versuchte er durch seine Flucht, sich einer erneuten Festnahme zu entziehen.
Neben der Vollstreckung der bestehenden Haftstrafe kommen nun weitere strafrechtliche Vorwürfe hinzu. Die Ermittlungen richten sich unter anderem wegen der Teilnahme an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen, Gefährdung des Straßenverkehrs sowie weiterer möglicher Verkehrsdelikte gegen den 33-Jährigen.
Die Polizei bittet weiterhin Zeugen, die Angaben zum Fluchtgeschehen oder zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr machen können, sich unter der Telefonnummer 0202 / 284 0 zu melden.






