Die anhaltende Hitzewelle bringt den Rettungsdienst und die Krankenhäuser in Köln an ihre Belastungsgrenze. Als Reaktion hat die Feuerwehr Köln in einer Messehalle der Koelnmesse ein Notfallversorgungszentrum (NVZ) eingerichtet. Dort werden Patientinnen und Patienten versorgt, die keine dauerhafte ärztliche Überwachung benötigen. Ziel ist es, die Notaufnahmen der Kliniken zu entlasten.
Die außergewöhnliche Wetterlage führte am Samstag zu einem historischen Einsatzaufkommen. Nach Angaben der Feuerwehr gingen innerhalb von 24 Stunden insgesamt 1.136 Einsätze in der Leitstelle ein. Davon entfielen 936 auf den Rettungsdienst und 170 auf die Feuerwehr. An einem gewöhnlichen Sommertag sind es rund 500 Einsätze. Auch am Sonntag blieb die Lage angespannt. Bis 18 Uhr registrierte die Feuerwehr bereits 687 Einsätze, darunter rund 600 Rettungsdiensteinsätze.
Um die Versorgung sicherzustellen, wurden stadtweit zusätzliche Einsatzmittel in Dienst gestellt. Insgesamt waren 17 weitere Rettungswagen sowie drei zusätzliche Notarzteinsatzfahrzeuge im Einsatz.
Das Notfallversorgungszentrum nahm bereits in der Nacht zum Sonntag den Betrieb auf. Unterstützt von Kräften aus dem Oberbergischen Kreis konnten dort Patientinnen und Patienten aufgenommen werden, die keine permanente ärztliche Überwachung benötigten. Am Sonntag wurde das Zentrum mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes weiterbetrieben. Rund 50 Behandlungsplätze stehen dort zur Verfügung, um die Krankenhäuser zu entlasten und den regulären Klinikbetrieb aufrechtzuerhalten.
Zusätzlich richtete die Feuerwehr gemeinsam mit mehreren Hilfsorganisationen in der Messehalle 3.2 eine sogenannte Kälteinsel ein. Dort können sich von der Hitze betroffene Menschen in klimatisierten Räumen abkühlen und bei Bedarf medizinisch versorgen lassen. Insgesamt stehen in der Kälteinsel und im Notfallversorgungszentrum 360 Feldbetten bereit.
Die Feuerwehr appelliert angesichts der anhaltenden Temperaturen an die Bevölkerung, ausreichend zu trinken, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden und körperliche Anstrengungen in die kühleren Morgen oder Abendstunden zu verlegen. Besonders ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen gelten als gefährdet. Die Einsatzkräfte weisen außerdem darauf hin, Kinder oder Tiere niemals im Auto zurückzulassen.
Bei der Vorstellung der Maßnahmen betonten Oberbürgermeister Torsten Burmester sowie Vertreter von Feuerwehr und Rettungsdienst, dass das Notfallversorgungszentrum so lange betrieben werde, wie es die Wetterlage erforderlich mache. Das Konzept könne künftig auch bei anderen außergewöhnlichen Einsatzlagen kurzfristig aktiviert werden.
