Beim landesweiten Warntag sind heute, in ganz Nordrhein-Westfalen die Warnsysteme getestet worden. Punkt 11 Uhr heulten die Sirenen, gleichzeitig gingen Warnmeldungen auf zahlreichen Smartphones ein. Auch über Radio, Fernsehen, digitale Stadtinformationstafeln und soziale Medien wurden Hinweise verbreitet.

Mit dem Probealarm wollten Land und Kommunen überprüfen, ob die Warnsysteme im Ernstfall zuverlässig funktionieren. Rund 6.500 Sirenen im Land wurden dafür ausgelöst. Zusätzlich verschickte das Modulare Warnsystem Warnmeldungen über Cell Broadcast direkt an Mobiltelefone sowie über die Warn-App NINA.

NRW-Innenminister Herbert Reul erklärte, dass solche Tests notwendig seien, um mögliche Schwachstellen zu erkennen. „Mit dem Probealarm wollen wir unser Warnsystem auf Herz und Nieren prüfen. Nur so finden wir heraus, ob es zuverlässig funktioniert und wo wir vielleicht noch nachbessern müssen“, sagte Reul.

Der Minister machte deutlich, dass Warnsysteme in Deutschland lange Zeit kaum im Fokus standen. „Damals haben vereinzelte Damen und Herren aus der journalistischen Branche geschrieben: Ich hätte den Schuss noch nicht gehört, was soll das denn, der Kalte Krieg ist doch vorbei. Heute redet schon keiner mehr darüber“, sagte Reul. Gerade deshalb sei es wichtig, die Systeme regelmäßig zu testen.

Neben der technischen Überprüfung gehe es beim Warntag auch darum, die Bevölkerung vorzubereiten. Wenn Sirenen ertönen oder Handys warnen, sollen Menschen wissen, wie sie reagieren müssen. „Wenn Sirenen ertönen und Handys vibrieren, sollen die Leute sich nicht erschrecken, sondern handlungsbereit werden, sich und andere, die Hilfe brauchen, in Sicherheit bringen“, betonte der Innenminister.

Dabei spiele auch die Eigenverantwortung eine wichtige Rolle. Selbst bei vielen Einsatzkräften könne im Ernstfall nicht überall gleichzeitig geholfen werden. „Selbst wenn wir ganz viele Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Polizisten haben, überall an einer Stelle können sie nicht sein“, erklärte Reul. Deshalb müssten Menschen wissen, „erstens was passiert und zweitens, was kann ich tun“.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Warntages stand deshalb das Thema Selbstschutz. Krisen könnten viele Formen annehmen, etwa Stromausfälle, Unwetter oder extreme Hitze. Umso wichtiger sei es, dass Bürgerinnen und Bürger vorbereitet seien. „Die Selbstschutzfähigkeit jedes einzelnen Menschen rettet Leben“, sagte Reul.

Der landesweite Warntag wurde 2018 eingeführt und findet seitdem regelmäßig am zweiten Donnerstag im März statt. Neben der technischen Überprüfung der Warnsysteme soll der Aktionstag auch daran erinnern, dass Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste im Land rund um die Uhr einsatzbereit sind. Gleichzeitig dient er dazu, die Bevölkerung für Warnsignale zu sensibilisieren, damit im Ernstfall jeder weiß, was zu tun ist.

Von Katharina